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Die Sommer-Villa

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Neben dem vergitterten Fenster stand ein Klavier. Darüber hing ein auf den ersten Blick unscheinbares, kleinformatiges Ölgemälde. Sie trat näher heran.
Auf der Leinwand glitzerte eine Sommerlandschaft. Aus dem schwelenden Grün eines Gartens traten die Schindeldächer einer Villa hervor. An den Ästen der Bäume hingen große, violette Früchte, die nur darauf zu warten schienen, gepflückt zu werden. Am Fuße des Anwesens lag ein See mit einem Steg sowie einem Bootshaus aus schwarzem Holz. Das Wasser spiegelte den oberen Teil des Bildes. Die Sonne strahlte von dorther, belebte all die Farben, als handle es sich um eine Fotografie.
„Ein wunderbares Bild, nicht wahr?“ Sie lächelte selig wie eines jener Mädchen, die Gustav Klimt so gern gezeichnet hatte. „Es ist unser Landhaus am Attersee. Zur Jahrhundertwende war Gustav Klimt dort öfters zu Gast.“